Das ehemalige Hotel Metropol, ein klassisches Bed & Breakfast, wurde im Herbst 2024 behutsam und dennoch konsequent weiterentwickelt. Ziel der Gastgeber war es, aus dem traditionsreichen Bestand ein persönliches Boutiquehotel mit eigener kulinarischer Identität zu schaffen. Das ZOMM in Seefeld ist ein Haus, das mehr will als gutes Design und gute Küche – es will berühren.
Mit viel Mut, Beharrlichkeit und einem klaren architektonischen wie kulinarischen Konzept verwandelten Julia Lackner und ihr Partner Thomas Kluckner zusammen mit Waal Sterneberg das ehemalige Bed & Breakfast im Herzen von Seefeld in das Boutiquehotel & Restaurant ZOMM, einen Ort, der seit Dezember 2024 eine eigensinnige Mischung aus Wärme, Design und Feuerküche verkörpert. Der Umbau war umfassend und richtungsweisend.

Ein komplett neues Restaurant mit offener Holzkohle-Feuerküche entstand als eigenständige Erweiterung, die sich harmonisch an den Bestand fügt und zugleich eine klare neue Identität setzt. Das gesamte Gebäude wurde thermisch saniert und technisch modernisiert, das Erdgeschoss neu organisiert, um eine intuitive Gästeführung von der Lobby über die Bar bis ins Restaurant zu ermöglichen. Der frühere Charakter des Hauses ist dennoch spürbar geblieben: Die beliebte Zirbenstube wurde nicht ersetzt, sondern stimmungsvoll in das Konzept eingebunden – ein Stück gelebte Geschichte, das nun in neuem Licht erstrahlt.
Der Weg zu diesem Projekt war kein einfacher. Nachdem die Gastgeber fünf Jahre lang im Meilerhof in Reith bei Seefeld tätig waren, suchten sie einen Ort, der mehr Möglichkeiten bot – zum Arbeiten, zum Wachsen, zum Gestalten. Das damalige Hotel Metropol hatte Potenzial, aber auch Herausforderungen. Ein Jahr lang wurde der Betrieb als B&B fortgeführt, um das Haus und seine Gäste kennenzulernen und um zu verstehen, welche architektonischen und strukturellen Maßnahmen notwendig sein würden. Erst dann begann im Herbst 2024 die Transformation: ein Übergang vom funktionalen Bed & Breakfast zu einem Boutiquehotel mit klarer Handschrift und eigener kulinarischer Bühne. Architektonisch lag der Fokus auf einem sensiblen Gleichgewicht zwischen Bestand und Erneuerung.
Der Baukörper folgt der alpinen Tradition, zeigt sich jedoch zeitgemäß strukturiert, kompakt und klar gegliedert. Die neue Restauranteinheit fügt sich selbstverständlich an, ohne den Bestand zu dominieren. Neue Fassadenelemente, optimierte Öffnungen und eine durchdachte Wegeführung vollenden ein stimmiges Gesamtbild, das fest im Ortskern von Seefeld verankert ist und gleichzeitig in die Zukunft weist.
Im Inneren zeigt sich das ZOMM als Haus mit Gefühl für Atmosphäre: warme Erdtöne, Naturstein, geöltes Holz, matte Oberflächen und eine klare, ruhige Formensprache. Nichts ist überladen, nichts spielt Theater – alles wirkt bewusst, ehrlich und sinnlich.
Die Bar empfängt mit samtigen Texturen und wohldosiertem Licht; die Zirbenstube präsentiert sich als gemütlicher Schatz des Hauses, der täglich ab 16 Uhr zur „Stubenzeit“ lädt. Das Restaurant wiederum ist die Bühne der Feuerküche: robuste Materialien, viel Glas, Sichtbezüge zur Natur und die Präsenz des Holzkohlegrills, der charakterstarke Gerichte hervorbringt und den kulinarischen Anspruch sichtbar macht.
Auch die Gästezimmer und Suiten folgen dem Gedanken des unprätentiösen Rückzugsorts. Weiche Farben, natürliche Materialien und funktionale Eleganz verbinden sich zu Zimmern für bis zu vier Personen. Ergänzt wird das Angebot durch sechs liebevoll gestaltete Apartments mit Balkon, voll ausgestatteter Küche und Wohnbereichen, die Platz für bis zu sechs Personen bieten. Nachhaltige Reinigung mit EM-Produkten, Hunde auf Wunsch, Brötchenservice und hausgemachtes Frühstück runden das Wohngefühl ab.
Besonderen Wert legten die Bauherren auf Arbeitsqualität und effiziente Abläufe: kurze Wege, ergonomische Arbeitsplätze und Räume, die Wertschätzung ausdrücken – nicht nur für Gäste, sondern auch für das Team. Denn ein Haus kann nur dann warm wirken, wenn die Menschen, die darin arbeiten, sich ebenfalls wohlfühlen.

Die kulinarische Identität des ZOMM wiederum prägt die Handschrift von Thomas und Waal. Das Restaurant setzt auf ehrliches Handwerk, Feuer und Regionalität. Viele Produkte stammen von Partnerbetrieben aus Telfs, Kematen, Hatting und Ranggen, während Gemüse und Kräuter aus dem Garten von Waals Frau Anne kommen, die in Hatting biologisch anbaut und Kräuterfachfrau ist. Zahlreiche Zutaten werden im Haus veredelt – fermentiert, eingelegt oder zu Sojasaucen und Misopasten verwandelt. Eine kulinarische Tiefe – 2025 mit 3 Hauben von Gault&Millau ausgezeichnet.
So ist ein Ort entstanden, der weit mehr ist als ein Hotel: ein Freundschaftsprojekt mit Wohnzimmeratmosphäre, ein Haus, das berührt und in dem man ankommt, isst, genießt – und bleiben möchte. Boutiquehotel, Feuerküche und Herzlichkeit formen hier eine seltene Kombination, getragen von Gastgebern, die präsent sind, und einem Team, das den Geist des Hauses lebt.
ZOMM in Seefeld ist ein genussvoller Ort, der still beeindruckt – durch Architektur, Wärme, Handwerk und seine Menschen.

Boutiquehotel & Restaurant ZOMM
Julia Lackner und Thomas Kluckner, Waal Sterneberg
Leutascher Straße 485
A-6100 Seefeld
tel: +43 664 2336235



