Mehr als 130 Jahre alt – und frischer denn je: Das Stadthaus mit zurückhaltender, klar gegliederter Fassade aus den 1970ern am Eingang zur Bregenzer Innenstadt hat sich zwischen Oktober 2024 und Mai 2025 zum Boutique-Hotel mit 13 Studios, Bar zur Selbstbedienung und öffentlicher Galerie verwandelt. Historische Details blieben dabei sicht- und spürbar, smarte Technik und digitale Services erhöhen den Komfort.

Seit seiner Errichtung um die Jahrhundertwende diente das zentral gelegene Stadthaus zwischen Festspielhaus und Bregenzer Innenstadt als Wohn- und Geschäftsadresse. Nach mehreren Sanierungen, zuletzt besagter Fassadenerneuerung in den 1970er-Jahren, wechselte das Gebäude 2019 erneut den Besitzer. Andreas Karg erkannte im weitgehend leer stehenden Bestand die Chance zur Neupositionierung, und die Grundvoraussetzungen stimmten: zentrale Lage, solide Bausubstanz und prägnanter Charakter.
Nach einer Liegenschaftsbewertung und einem Bieterverfahren entwickelte sich die Idee eines digitalen Boutique-Hotels, das Komfort und Individualität vereint und zugleich den Charme des Gebäudes erhält. Dabei galt es, möglichst viel Substanz zu bewahren und den Altbau in Bezug auf Brandschutz, Energieeffizienz und Digitalisierung auf den neuesten Stand zu bringen.
Tragwände und Außenmauern blieben bestehen, die Fassade erhielt eine farbliche Anpassung. Im Inneren wurden Holzbalkendecken freigelegt, statisch verstärkt und brandschutztechnisch ertüchtigt. Die neue Haustechnik verschwindet hinter eigens entwickelten Brüstungen und fügt sich so unauffällig in das historische Gefüge ein.

Darauf aufbauend entstand das Gestaltungskonzept der Innenräume. Jedes der 13 Studios erhielt ein eigenes Farb- und Lichtkonzept. Martina Hladik mit Team entwarf ein Interieur, das warme Materialien mit klaren, reduzierten Formen kombiniert. Eichenparkett, Vollholztüren und teils handgefertigte Möbel prägen die Räume, ergänzt durch ausgewählte Designerstoffe und Tapeten. Unterschiedliche Deckenhöhen, stellenweise sichtbare Schieflagen und sorgfältig gesetzte Details lassen den Charakter des Altbaus spürbar bleiben. Die Bäder präsentieren sich großzügig und zeitgemäß, mit großflächigen Duschen und hochwertigen Armaturen. In jedes Studio ist zudem eine eigens entworfene Kücheneinheit integriert, die Aufenthalte flexibel und komfortabel gestaltet.
Auch das Betriebskonzept folgt einer klaren Idee: Digitale Abläufe ermöglichen den Gästen ein hohes Maß an Eigenständigkeit. Check-in, Check-out und auch die Türöffnung erfolgen über persönliche Codes und erlauben so Zugang rund um die Uhr. Persönlicher Service bleibt dennoch möglich – rund zehn Prozent der Gäste nutzen laut Betreiber Andreas Karg den Vor-Ort-Service.
Im Eingangsbereich ergänzt die Honesty Bar das Konzept. Getränke, kleine Snacks und Gläser stehen zur Verfügung, die Abrechnung erfolgt unkompliziert digital über die Endrechnung. Für die An- und Abreise kann die Hotelzufahrt genutzt werden, zusätzlich befinden sich einige Tiefgaragenplätze ganz in der Nähe.

Über die Beherbergung hinaus versteht sich das Hotel als offener Ort. Im Erdgeschoss befindet sich ein öffentlich zugänglicher Galerieraum, wo wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen stattfinden. Ergänzt wird dieser Bereich durch flexibel nutzbare Büro- und Seminarräume. So setzt sich die Idee des Hauses als hybrider Ort fort.
Die Umgestaltung des Hauses veranschaulicht das Potenzial historischer Bausubstanz. Der Erhalt des Altbau-Charms, viel Mut zur Reduktion und zeitgemäße, digitale Technik bilden die Grundlage für ein Boutique-Hotel, das schöne Dinge ebenso schätzt wie Flexibilität und Selbstbestimmung. Geschäftsreisende und Langzeitgäste sollen sich im Studio 17 genauso wohlfühlen wie Städtereisende und Besucher des Festspielhauses.

Studio 17
Sabine und Andreas Karg
Montfortstraße 17
A-6900 Bregenz
tel: +43 664 42 09 297



