Seit 1874 thront das Grandhotel auf dem höchsten Punkt der Bergterrasse von Mürren und gilt dabei als das älteste „Palace“ der Schweiz. Die 150-jährige Geschichte des denkmalgeschützten Hotels im autofreien Bergdorf wurde vom Innenarchitekturteam rund um Francesca Alder und Numa Varley in besonderer Weise neu in Szene gesetzt: Historische Details wurden gekonnt hervorgehoben, und der prächtige viktorianische Baustil verbindet sich harmonisch mit modernem Design.


Komplett saniert und um einen elliptischen Neubau ergänzt, hat das Mürren Palace im Berner Oberland seine Türen im Dezember 2024 wieder geöffnet – nach über 15 Jahren. Mehrere Eigentümerwechsel, jahrelanger Leerstand und schließlich der Konkurs im Jahr 2013 prägen die Geschichte des denkmalgeschützten Hauses, genauso wie die Übernahme durch die Palace avenir AG. Eine Auffanggesellschaft, bestehend aus Einheimischen, Zweitwohnungsbesitzern und Mürren-verliebten Gästen, übernahm das Hotel 2018, tilgte die Schulden und investierte seither rund 30 Millionen Franken in die Renovierung sowie den neuen Holzbau mit 14 weiteren Suiten.

Die Innenraumgestaltung wiederum ist das gelungene Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen BOFOR DESIGN und Varley Architektur. Das Team rund um Francesca Alder und Numa Varley hat es verstanden, die historischen Wurzeln des Hotels mit moderner Einrichtung zu verbinden, und das bis ins kleinste Detail.

Die Designsprache kombiniert die atemberaubende Bergwelt von Mürren, übersetzt in Materialien wie Holz, Stein und weiches Leder, mit einer ausgesuchten Farbpalette der viktorianischen Stilepoche. Die Geschichte des Palace Hotels, in Kombination mit modernem Design, zeigt sich im ganzen Haus in raffinierten Details – etwa Wandtapeten, Vorhängen oder Zierleisten.
| Projektwettbewerb – die Geschichte der Berge |
Der Wettbewerbssieg für die Innenarchitektur hat Francesca Alder und Numa Varley zum Projekt verholfen. Inspiration fand das talentierte Designer-Duo direkt vor Ort in Mürren: Umgeben von der eindrucksvollen Bergkulisse zeigt sich die entstandene Designsprache stark von der Landschaft, ruhigen Wiesen und Wäldern, dominanten Felswänden und glitzernden Schneefeldern, beeinflusst.

Neben der Landschaft diente der prunkvolle historische Saal, welcher das Herzstück des Hotels ist und das Goldene Zeitalter der Visionäre und mutigen Pioniere der Skiwelt sowie des Ballonflugs widerspiegelt, als Quelle für das neue und für die Schweiz noch einzigartige Design des Mürren Palace. „Aus dem historischen Flair und der Umgebung entwickelten wir das Innenarchitekturkonzept und stellten uns den Palace Saal als kreatives Zentrum vor“, sagt Francesca Alder über den Beginn der Designarbeit. Diese Vorstellung erlaubte es, eine Designsprache zu schaffen, welche die natürliche Schönheit, die reiche Geschichte und die kulturelle Vielfalt von Mürren zur Schau stellt.
| Das Design – Zeitgeist in Harmonie mit viktorianischem Flair |
Die Reise in den entspannten Luxus, in eine harmonische Welt aus neuzeitlicher Infrastruktur und viktorianischem Flair startet im Erdgeschoss: 150 Jahre alte Antikmöbel aus der Anfangszeit des Hotels prägen das Ambiente, so beispielsweise der gigantische Tisch im Saal und das Sideboard der Rezeption. Der Empfangstisch wiederum ist ein beeindruckendes Meisterstück aus Naturstein und Massivholz, welches von Numa Varley kreiert wurde.
„Dieses Unikat steht für die imposante Bergwelt Mürrens und repräsentiert etwas abstrakt sowie materialgerecht die Herleitung unserer Arbeit.“
Numa Varley
Den Blick über die Wände schweifen zu lassen, lohnt sich besonders. Die Wandteppiche sind Unikate, kreiert von Francesca Alder. Auch sie hat sich dabei von den vielseitigen Farben der Landschaften Mürrens inspirieren lassen. Bei der Designtapete an der Rezeption handelt es sich um eine Jacquard-Wandbekleidung. Sie repräsentiert ein üppiges Flussufer. Zwischen den Pflanzen lässt sich auch ein Mandschurenkranich entdecken – eine außergewöhnliche Art, die in ihrer Heimat Japan als Glücksbringer gilt. Das Bild ist absichtlich etwas verpixelt, ein verspielter Verweis auf den Fortschrittsoptimismus der Mid-Century-Stimmung.

Die Tapete im Saal stammt vom niederländischen Stardesigner Marcel Wanders. Sanft wie Wildleder und mit akustischem Mehrwert erzählt diese 3D-Wandbekleidung von der Mimic Moth. Form und Struktur nehmen Bezug auf jenes filigrane Wesen und seinen Lebensraum.
Die Kandahar Lounge im britischen Look, mit eleganten Ledersesseln und Kaminfeuer, zollt mit ihrem Design der Geschichte des Skifahrens Tribut, unverkennbar durch das gewählte Vorhangdesign der Schweizer Traditionsfirma Christian Fischbacher.

Im Wellnessbereich dominiert Holz, etwa urwüchsiges Spaltholz. Typische Mundartwörter aus Mürren zieren neckisch die Finnische Sauna. Die Kräutersauna besticht durch ihre verkohlte Holzoptik mit Trockenblumen, in Anlehnung an die Bergkräuter und die alten Räucherspeicher der Bergbauern.

Das neo-viktorianische Farbkonzept hat jedem Zimmer eine unvergleichliche Farbkombination verliehen. Und auch hier finden sich Designerteppiche von Marcel Wanders. Tisch- und Wandleuchten aus Naturstein und Muranoglas prägen das Lichtkonzept und massive Eichenparkette in Fischgrät sowie Natursteinwaschtische nehmen das Flair und die Materialien der Geschichte und der Natur wieder auf.
| Natur als Inspiration für entspannten Luxus |
Geprägt von einem intensiven Teamgeist hat das Innenarchitekturteam seine Kreativität und Inspirationsprozesse ausgetauscht, ausgewertet und vertieft. Francesca Alder und Numa Varley sind überzeugt, dass Gäste heutzutage Hotels auf der Grundlage der Marke oder Identität und dessen, wofür es steht, auswählen. Ihrer Meinung nach reiche es nicht aus, nur eine schöne Inneneinrichtung zu schaffen, man müsse auch einfangen, was die Menschen erleben möchten, wenn sie in einem Hotel übernachten: „Die echten Erlebnisse sind das, wonach die Menschen suchen. Für uns ist das Ziel erreicht, wenn die Hotelarchitektur im Mürren Palace für die Gäste zum Erleben eines neuen entspannten Luxus führt.“

Mürren Palace ****S
Mürren Investment & Management AG
Höhenmatte 1086
CH-3825 Mürren
tel: +41 33 856 99 99



