Mit einem Bauvolumen von 20.000 Kubikmetern und einer klaren gestalterischen Vision wurde in Sexten ein gewachsenes Traditionshaus architektonisch neu definiert. Die Zusammenführung zweier Betriebe mit insgesamt 66 Zimmern und Suiten, ein 750 m² großes SPA Retreat, drei Pools und eine präzise kuratierte Innenarchitektur machen das 5-Sterne-adults-only-Hotel Monika zu einem einzigartigen Ensemble, das alpine Identität und internationale Designkultur vorbildlich in Balance bringt.

Mit dem Umbau 2025 hat das Hotel Monika in Sexten einen architektonischen Schritt vollzogen, der weit über eine klassische Erweiterung hinausgeht. Es ist die konsequente Neudefinition eines geschichtsträchtigen Hauses – strukturell, gestalterisch und atmosphärisch.
Seit 1970 in Familienbesitz, entwickelte sich der Betrieb unter der Familie Egarter vom traditionellen Alpenhotel zu einem mondänen 5-Sterne-adults-only-Refugium. Mit der Zusammenlegung des bestehenden Hotels und des ehemaligen Parkhotels wurde nicht nur Raum geschaffen, sondern auch die Identität entscheidend geschärft.
Ziel war ein Ensemble, das als Einheit wahrgenommen wird. Die Baukörper wurden bewusst gegliedert und nicht zu einem monolithischen Großvolumen verschmolzen. Stattdessen entstand eine fein austarierte Komposition aus vier klar definierten Strukturen – Living Space, Living Atrium, Living Meridiana und Living Retreat. Diese Differenzierung verleiht dem Gesamtkomplex Maßstäblichkeit und fügt ihn wie selbstverständlich in die alpine Umgebung ein. Die Architektur bleibt präsent, ohne dominant zu wirken; sie reagiert auf Topografie, Blickachsen und Lichtführung der Landschaft.
Die größte planerische Herausforderung bestand darin, Alt und Neu in einen harmonischen Dialog zu führen. Bestehende Strukturen wurden teilweise abgebrochen, neu organisiert oder in ihrer Funktion verändert. Gleichzeitig erforderte die komplexe Genehmigungsphase – eingebettet in sensible raumordnerische Rahmenbedingungen – ein hohes Maß an Präzision und Ausdauer. Sobald die bauliche Umsetzung begann, entwickelte das Projekt jedoch eine klare Dynamik. Innerhalb von 259 Tagen wurde ein Bauvolumen von rund 20.000 Kubikmetern realisiert – koordiniert von bis zu 100 Fachkräften täglich.

Innenarchitektonisch folgt das Haus einem präzise definierten Dreiklang: „Dolomiten alpin light“, „Forest in out“ und „Japaly“. Letzteres verbindet reduzierte japanische Designprinzipien mit zeitgemäßem italienischen Stilbewusstsein. Das Ergebnis ist eine klare, zeitlose Architektursprache mit ruhigen Linien, ausgewogenen Proportionen und einer bewusst reduzierten Materialität. Holz, Stein und textile Oberflächen prägen die Atmosphäre. Sie erzeugen eine warme Haptik, die in subtiler Spannung zur klaren Geometrie der Räume steht. Ein zentrales Gestaltungselement ist die fein ausgearbeitete Holzgitterstruktur. Sie zieht sich durch Lobby, Restaurant, Zimmer und Wellnessbereiche und wirkt als verbindendes Motiv. Dabei übernimmt sie mehrere Funktionen zugleich: Sie zoniert Räume, filtert Licht, schafft Transparenz und Intimität, ohne starre Trennungen zu erzeugen. Dieses Motiv verleiht dem Haus eine starke innere Kohärenz – Gäste erleben kein Nebeneinander unterschiedlicher Stile, sondern eine durchgängige Handschrift.

Die Lobby inszeniert Ankommen als ruhigen Übergang. Weiche Textilien, warme Erdtöne und großzügig platzierte Pflanzen schaffen eine wohnliche Großzügigkeit. Im Zentrum steht ein mit Holz befeuerter Kamin – ein archaisches Element, das in der klaren Architektur bewusst als emotionaler Anker gesetzt wird. Hier wird die Philosophie des Hauses unmittelbar spürbar: Fünf Sterne bedeuten Exzellenz, jedoch ohne Distanz. Luxus wird als Atmosphäre verstanden, nicht als Inszenierung.

Die Gastronomie wurde ebenfalls architektonisch neu gedacht. Mit dem Seasons – Fine Alpine Dining entstand ein Restaurant, das Kulinarik und Raum in Einklang bringt. Gedämpftes Licht, warme Materialien und rhythmisch gesetzte Raumteiler erzeugen Tiefe und Intimität. Ergänzt wird das Konzept durch einen 250 m2 großen Open-Space-Bereich: das Café the bosco mit seinen lokalen Patisserie-Köstlichkeiten und das Restaurant Cana mit leidenschaftlich und trendig inszeniertem Food. Hier verschmelzen Öffentlichkeit und Hotelwelt – ein bewusster Schritt hin zu einem lebendigen, offenen Raumverständnis.

Die 33 neu geschaffenen Zimmer erweitern das Adults-only-Haus auf insgesamt 66 Einheiten und bleiben damit bewusst überschaubar. Die Proportionen von 38 bis 55 m2 ermöglichen eine großzügige Raumwirkung. Klare Linien, natürliche Oberflächen und funktionales Design lassen Rückzugsorte entstehen, die Ruhe und Geborgenheit vermitteln. Vier Garden-Pet-Friendly-Zimmer im Erdgeschoss öffnen sich direkt zum angrenzenden Park – eine architektonische Antwort auf die steigende Nachfrage nach Urlaub mit Hund, ohne das Gesamtkonzept zu verwässern.

Ein besonderes Kapitel des Umbaus bildet das neue SPA Retreat Wassermann. Auf 750 m2 entfaltet sich eine ruhige Wellnessarchitektur mit klarer Formsprache. Bio-Sauna, Finnische Sauna, Dampfbad und neue Ruheräume sind in eine reduzierte Materialwelt eingebettet, die auf Erdigkeit und Licht setzt. Das Dachatrium mit freigelegter Balkenkonstruktion öffnet den Blick auf die markante Silhouette der Sextner Dolomiten. Hier befindet sich der Silent Pool mit 37 Grad warmem Wasser – ein nahezu schwebender Ort der Stille vor dem imposanten Bergpanorama.

Funktionale Bereiche wurden ebenfalls neu gedacht. Der Fitnessraum The Training Lab setzt auf Functional Fitness, ein neuer Ski- & Wanderraum bietet geräumige Depots für jedes Zimmer, Meetingräume ergänzen das Angebot für kleinere Veranstaltungen. Selbst infrastrukturelle Zonen wie Wäscherei, Vorbereitungsküche oder Mitarbeiterbereiche wurden neu konzipiert – ein Zeichen dafür, dass architektonische Qualität stets auf funktionaler Klarheit basiert.
Die Lage des Hauses verstärkt den architektonischen Anspruch. Hinter dem Hotel endet die Straße; von hier führen Wege direkt ins Fischleintal, in das Skigebiet Drei Zinnen oder in das weitläufige Loipennetz von Dolomiti Nordic Ski. Die Architektur versteht sich nicht als abgeschlossener Kosmos, sondern als Schwelle zwischen Rückzug und Bewegung. Was das Gesamtprojekt unverwechselbar macht, ist seine Konsequenz.
Das Konzept entspricht nicht einer additiven Erweiterung, sondern einer strategischen Neudefinition. Bestehendes wurde respektvoll transformiert, Neues klar formuliert. Architektur, Design, Funktionalität und Atmosphäre greifen ineinander und bilden eine Symbiose. So präsentiert sich das Hotel Monika heute als architektonisches Statement inmitten der Dolomiten – ein Adults-only-Rückzugsort, der alpines Erbe, internationale Designkultur und familiäre Gastfreundschaft zum Wohl der Gäste vereint.

Hotel Monika *****
Familie Egarter
Parkweg 2
I-39030 Sexten
tel: +39 0474 710384



