Vom traditionsreichen Knapplhof zur preisgekrönten Wellnessdestination: Das 4-Sterne-Superior Natur- und Wellnesshotel Höflehner feiert heuer 15 Jahre als Premium-Destination. Seit der Übernahme des elterlichen Betriebs hat Familie Gerhard und Katrin Höflehner das Hotel im Ennstal zum Leitbetrieb der Region Schladming entwickelt. Mit einer konsequenten Naturphilosophie punktet das mehrfach prämierte Haus ebenso wie mit seiner schier unerschöpflichen Angebotspalette für seine Gäste. Diese können unter anderem im 5000 Quadratmeter großen Premium Alpin SPA mit großer Wasserwelt eintauchen. Im wellhotel-Interview lässt Gerhard Höflehner hinter die Kulissen des Hotelbetriebes blicken und wagt interessante Ausblicke in die Zukunft.
Was macht, Ihrer Meinung nach, einen guten Hotelier aus?
Gerhard Höflehner: Gute Frage! Ich glaube, dass die Antwort, die man auf so eine Frage spontan geben kann, garantiert mit der Stimmungslage, Stresslevel, Tagesverfassung etc. zusammenhängt. Spontan jetzt die Antwort: Ein guter Hotelier sollte über die Leidenschaft für das Tun verfügen, welche das Feuer entfacht. Man ist täglich mit so viel Materien beschäftigt, dass man, wenn man nicht permanent Freude hat, diesen Beruf nicht zufriedenstellend ausüben kann.
Diese Freude überträgt sich auf das Team, die Gäste und an die ganze Umwelt. In meinem Fall hat sie sich zum Glück auch auf die Familie übertragen, die tatkräftig mithilft. Trotzdem trifft man die wichtigen Entscheidungen schon im eigenen Sein. Wirklich wichtige Themen kann dir keiner abnehmen. Deshalb macht einen guten Hotelier aus, dass dieser das Ziel hat, jeden Tag besser zu werden und dabei zufrieden zu sein.
Wie sieht Ihr normaler Arbeitstag aus?
Gerhard Höflehner: Grundsätzlich achte ich darauf, dass ich zu einer halbwegs vernünftigen Zeit im Betrieb bin, zwischen 8 und 9 Uhr wird der Tag eingetaktet. Ich versuche, in allen Abteilungen vorbeizuschauen und mich bei Vormittagsmeetings blicken zu lassen. Während des Tages kommt sehr viel an Arbeit daher, außerdem sollte man sich ständig neuen Ideen stellen. Ich möchte trotzdem im Haus Präsenz zeigen und achte auch darauf, um 20 Uhr noch einmal vorbeizuschauen. Für Mitarbeiter und Gäste ist es einfach wichtig, dass diese sehen, dass es den Chefs nicht egal ist, was im Hotel passiert. Wir bewältigen alle diese Aufgaben innerhalb der Familie, einen Hoteldirektor brauchen wir nicht.
Unser Ziel ist es, dass sich jeder Mitarbeiter als Gastgeber fühlt. Deshalb ist der Kontakt mit jedem Teammitglied extrem wichtig. Daneben stehen natürlich tägliche Büroarbeiten, Gästebesuche und Quality-Checks an, mir wird jedenfalls nicht langweilig. Trotzdem schaue ich, dass ich täglich in der Natur Sport treibe. Zum Glück befindet sich bei uns die Natur direkt vor der Haustüre.
Das Hotel Höflehner setzt ganz gezielt auf Natur- und Wellnessgenuss. Wohin wird der Weg in Sachen Spezialisierung in Zukunft führen?
Gerhard Höflehner: In Zukunft werden die Gäste die Angebote noch viel bewusster wahrnehmen. Bei uns hat sich etwa das Thema Naturküche voll etabliert, das war früher nicht so. Die Qualität der Lebensmittel und Produkte im Hotel ist den Gästen sehr wichtig. In Zukunft wird es auch von Vorteil sein, zu wissen, was diese Produkte mit einem machen. Man kann natürlich im Urlaub auch richtig völlern, trotzdem wollen wir den Gästen zeigen, welche positiven Auswirkungen echte Lebensmittel oder Natur-Kosmetikprodukte für den Menschen haben. Wir liegen mitten in der Natur, das erleichtert dem Gast das Herunterkommen enorm – und diese Naturschätze wollen wir nützen und erlebbar machen.
Grundsätzlich fahren Gäste in ein Hotel, weil sie sich auf ein umfangreiches Service freuen, das müssen wir zu 100 Prozent bieten. Daneben werden aber zusätzliche Themen immer wichtiger: Was kann ich mit meinem Körper Gutes tun und was kann ich aus meinem Urlaub an Gesundheits-Know-how für zu Hause mitnehmen. Das bewusste Wellnessen und die nachhaltige Aktivität in der Natur werden klar an Bedeutung gewinnen. Wir als Wanderhotel wollen mit geschulten Mitarbeitern für lang nachwirkende Erlebnisse sorgen. Aber nicht nur beim Wandern, sondern mit verschiedenen Angeboten. Wir haben sogar einen Schlafcoach im Haus, der dem Gast uraltes Wissen vermitteln kann, außerdem bieten wir unter anderem Yoga am Berg oder Eis-Schwimmen an.
Naturerlebnis, Naturwellness, Naturküche, Naturdesign und Nachhaltigkeit – in diesem Rahmen bewegen wir uns. Und damit sehe ich uns für die Zukunft sehr gut aufgestellt.
Wie soll Ihr Hotel in zehn Jahren aussehen?
Gerhard Höflehner: Ich hoffe, dass wir in zehn Jahren alle Themen, die wir noch im Hinterkopf haben, auch wirklich realisiert haben. Man wird in zehn Jahren eine noch bessere Abstimmung auf die Zielgruppen benötigen, da werden wir täglich am Ball bleiben müssen – wir haben jedenfalls noch richtig viel vor! Mir ist es wichtig, nicht nachzulassen und niemals gemütlich zu werden. Jeden Tag muss man sich die
Frage stellen, was man besser machen kann. Das meinte ich zu Beginn des Interviews mit der Leidenschaft und dem Feuer: Man muss jeden Tag besser werden – aber nicht erzwungen, sondern mit Leidenschaft und Freude.
Ihr schönster Platz, um Urlaub zu machen (außer in Ihrem Hotel)?
Gerhard Höflehner: Es gibt unglaublich viele wunderbare Plätze auf der Welt. Ich bin eigentlich bei der Wahl meines Urlaubsortes recht genügsam. Allgemein gefällt mir die Leichtigkeit des Südens, entspannen kann ich am besten auf Inseln, auf denen ich mich auch sportlich betätigen kann. Nur für zwei Urlaubsarten kann ich mich nicht begeistern: Auf einem Kreuzfahrtschiff oder einem Campingplatz wird man mich nicht sehen, das ist gar nichts für mich.
Was würden Sie durchsetzen, wenn sie Tourismus-Minister wären?
Gerhard Höflehner: Der Tourismus muss leider oft für diverse Neiddebatten herhalten. Deshalb muss der immense Wert der gesamten Branche nachdrücklich erklärt werden, der Tourismus ist in vielen Regionen die wichtigste Lebensader – auch für das Handwerk, die Geschäfte, die Bauern, einfach für alle. Das würde ich gerne mehr betonen.
Kritisch sehe ich derzeit, dass bei den Kurtaxen mancherorts fast schon Raubrittertum betrieben wird. Man sollte bei den Erhöhungen viel sensibler vorgehen und den Hotelbetrieben Zeit geben, um sich auf die höheren Kosten einzustellen. Der Hotelier kann ja seinen Betrieb nicht, wie etwa andere Branchen, einfach ins Ausland verlegen. Deshalb kann man nicht immer alles auf dem Rücken der Hotellerie austragen.
Allgemein muss die Wichtigkeit der Hotellerie, Gastronomie und Seilbahnwirtschaft für ganz Österreich in der öffentlichen Wahrnehmung geschärft werden. Da gibt es viele gute Argumente.
Das beste Hotel der Welt aus Ihrer Sicht?
Gerhard Höflehner: Für die Beantwortung dieser Frage muss ich in die USA nach Colorado schwenken. Ich habe 2000/2001 gemeinsam mit meiner jetzigen Frau ein 18-monatiges Praktikum in der Sonnenalp in Vail absolviert. Dort konnte ich erfahren, dass es auch eine Sonnenalp im Allgäu gibt, die Hoteliers sind Brüder. Und dieses Sonnenalp Resort in Ofterschwang ist mir in der Zwischenzeit wirklich ans Herz gewachsen. Dort wird einfach in allen Bereichen extrem auf Qualität geachtet. Das begeistert mich!
Praktizieren Sie selbst Wellness?
Gerhard Höflehner: Ich wellnesse gerne, aber nur außerhalb des Betriebes – als Hotelier in der Eventsauna gemeinsam mit den Gästen, das passt irgendwie nicht. Aber natürlich kontrolliere ich täglich alle Anlagen, das ist mir sehr wichtig. Meine Mutter nutzt dagegen täglich unser Angebot mit einer Schwimmeinheit und unsere Kinder sind ständig im gesamten Hotel und natürlich auch im Wellnessbereich unterwegs. Das passt also perfekt (lacht) …



