Vier Jahrhunderte gelebte Gastfreundschaft – das erwartet die Gäste im 4-Sterne-Superior-Hotel Neue Post der Familie Pfister in Mayrhofen. Das Haus wurde in den vergangenen Jahren rundum erneuert sowie erweitert und präsentiert sich mit einem alpinen Mix aus Tiroler Charme, Tradition und Moderne. Eines der neuen Highlights ist der Rooftop-Außenpool mit herrlichem Ausblick. Besonderes Anliegen der Hoteliers ist es, ihren Gästen im Herzen des Zillertals eine Genussatmosphäre zu bieten, in der sie sich rundum wohlfühlen und entspannen können.
Willi Pfister jun. im persönlichen Fragebogen:
Was macht, Ihrer Meinung nach, einen guten Hotelier aus?
Willi Pfister: In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, umsichtig zu sein. Mitarbeiter/innen sind unser höchstes Gut und aus diesem Grund sollten hier Fairness, Menschlichkeit und Geduld an erster Stelle stehen. Das lebe ich im Hotel gemeinsam mit meinem Team – und deshalb funktioniert es aktuell sehr gut. Natürlich sollte ein guter Hotelier auch voller Visionen und Ziele sein, die jedoch in der Umsetzung klar strukturiert und mit „Plan“ und „Konzept“ realisiert werden sollten.
Wie sieht Ihr normaler Arbeitstag aus?
Willi Pfister: Ich bin jeden Tag gegen 7:30 Uhr im Hotel (außer Sonntag – Family Day) und erledige meine klassischen Arbeiten am Computer (Website, Angebote, Controlling, Finanzen, …), mache Teile der Bestellungen für F&B, habe Besprechungen mit meinen leitenden Mitarbeitern und gehe meine tägliche Runde durchs Hotel zur stichprobenartigen Kontrolle in allen Bereichen, um gegebenenfalls Schäden oder Ähnliches an Haustechnik, Gouvernante oder Firmen weiterzuleiten.
Weiters bin ich aktuell Obmann des Tourismusverbandes Mayrhofen/Hippach. Da fällt so einiges an Arbeit an, die ich ebenfalls am Vormittag oder spätem Nachmittag erledige. Nachmittags ist „Family Time“ – das ist mir sehr wichtig, um den Ausgleich zwischen Arbeit und Privatem so gut wie möglich hinzubekommen. Ich habe dazu eine klare Meinung: Nur wenn das Private passt, bin ich in Beruf und Funktion leistungsfähig und klar im Kopf.
Am Abend bin ich dann wieder im Hotel bei Mitarbeitern und Gästen. Da ich seit 2008 Diplom-Sommelier bin und Wein ein großes Hobby von mir ist, unterstütze ich abends meine Sommeliers mit Rat und Tat beim Gespräch mit den Gästen. Ich bin immer präsent und versuche alles im Überblick zu behalten und für jeden greifbar zu sein.
Sie setzen ganz gezielt auch auf Wellness. Wohin wird der Weg in Sachen Wellnessurlaub führen?
Willi Pfister: Wir bieten in unserem Hotel den Gästen ein schönes Angebot an Wellness und Aktivität. Durch unsere Lage mitten im wunderschönen Mayrhofen müssen wir bei Um- und Neubauten natürlich besonders kreativ sein und sind etwas eingeschränkter, wenn es um Erweiterungen des Wellnessbereichs geht. Doch mit dem aktuellen Angebot sind Gäste und wir sehr zufrieden – gleichzeitig haben wir aber tolle Pläne für die Zukunft.
Wo der Weg in Sachen Wellnessurlaub hinführen wird, ist aktuell nicht einfach zu beantworten. Dazu wird es wahrscheinlich viele verschiedene Antworten geben. Vermutlich wird das Thema Wellness noch mehr ganzheitlicher gesehen als heute. Sprich, die Verbindung aus klassischem Wellnessangebot hin zu Aktivität, Kulinarik und Erlebnissen wird wohl noch kreativer gestaltet werden. Das Thema körperliche und mentale Gesundheit wird in so schnelllebigen und herausfordernden Zeiten wie wir sie gerade erleben für alle Branchen unserer Zielgruppen ein noch wichtigerer Faktor werden.

Welche besonderen Angebote bieten Sie?
Willi Pfister: Wir bieten auf über 2000 m2 Entspannung in Wellnessbereich, Terrassen und Fitness. Dazu kommen noch ein Indoor-Pool und ein Rooftop-Pool mit traumhaftem Ausblick in die Zillertaler Bergwelt. Alle Bereiche wurden beim großen Umbau 2021 neu gebaut und gestaltet.
Wir bieten jeden Dienstag eine Bierverkostung und jeden Donnerstag eine Weinverkostung an. Beide Verkostungen mache ich persönlich – und diese sind für Hausgäste kostenlos. Der Gedanke dabei ist, unsere Gäste näher kennenzulernen und für sie den „Chef des Hauses“ greifbar zu machen. Das kommt unglaublich gut an.
Weiteres bieten wir „Grillen mit dem Chef“, Kinderyoga und eine „Endless Spa Night“ mit langen Öffnungszeiten (23 Uhr) der Bäder und der Wellnessbereiche. Ergänzend dürfen natürlich Behandlungen und Massagen ebenso nicht fehlen.
Wie soll Ihr Hotel in zehn Jahren aussehen?
Willi Pfister: Da wir ein traditionelles Haus im historischen Zentrum von Mayrhofen sind (die Kirche ist unser Nachbar), ist unsere oberste Priorität, das Hotel immer am neuesten Stand zu halten. Erweiterungen sind, wie bei einer anderen Frage schon erörtert, am bestehenden Platz schwierig möglich. Eine Tiefgarage ist mein großes Ziel, das wir auf unserem Grundstück 50 Meter vom Hotel entfernt umsetzen wollen. Diese Garage wäre dann mit einem unterirdischen Gang mit dem Hotel verbunden. Das sollte in zehn Jahren passiert sein.
Der Um- und Ausbau des Mitarbeiterhauses (drei Gehminuten entfernt) wird nächstes Jahr passieren. Dann stehen knapp 40 nagelneue Einheiten unseren Mitarbeitern zur Verfügung.
Weiteres wollen wir in zehn Jahren am liebsten alle unsere Mitarbeiter noch im Hotel sehen, damit diese mit uns weiter vorangehen.
Das Hotel soll vor allem aber auch in zehn Jahren noch seinen familiären und persönlichen Charakter behalten haben und gedanklich und technologisch immer am Puls der Zeit sein.

Ihr schönster Platz, um Urlaub zu machen (außer Ihr Hotel)?
Willi Pfister: Ich gebe zu: Ich fahre oder fliege gerne in den Süden. In den Zwischensaisonen liebe ich mit meiner Familie Wochenendtrips zum Gardasee oder kleine Städtereisen. In unserer Hauptferienzeit (habe drei schulpflichtige Kinder) fliegen wir gerne immer woandershin. Die Sonne sollte dort halt scheinen … Somit habe ich eigentlich keinen „schönsten Platz“, da ich am liebsten mit der Familie reise und immer gerne was Neues entdecken will.
Was würden Sie durchsetzen, wenn sie Tourismus-Minister wären?
Willi Pfister: Ich kann das schwer beantworten, weil ich mir den Job als Minister sehr fordernd vorstelle. Es jedem Recht zu machen, besonders in unserer Branche mit so viel Vielfalt und Meinungen, ist für mich schwer vorstellbar oder besser gesagt unmöglich.
Deshalb bleibe ich lieber in Mayrhofen, als im Ministerium in Wien zu arbeiten …
Das beste Hotel der Welt aus Ihrer Sicht?
Willi Pfister: Schwierig zu sagen. Denke das beste Hotel ist für jeden Menschen anders. Der eine liebt den Luxus, der andere die Einfachheit.
Ich persönlich liebe es, verschiedene Hotels auszuprobieren. Das „beste Hotel der Welt“ wäre sowieso immer der Situation angepasst. Reise ich mit Familie oder alleine? Welche Art von Urlaub mache ich? Was brauche ich?
Somit bleibe ich neugierig und beantworte die Frage erst genauer in 20 Jahren – wellhotel sollte aber dann nicht vergessen, sich zu melden …
Warum sind Sie Hotelier geworden?
Willi Pfister: Als Kind war es immer schon mein Traum, ein Hotel oder bestenfalls unser Hotel zu führen. Ich hab mein ganzes Berufsleben darauf hingesteuert, habe in allen Bereichen gearbeitet und war sehr viele Jahre in top Betrieben auf Saison.
Hotelier wollte ich deshalb werden, weil ich diesen Beruf als unglaublich spannend und fordernd empfinde. Als Hotelier vereinst du auf spannende Weise viele Berufe miteinander. Das werden einige meiner Kollegen wohl mit „Kopfnicken“ bestätigen.
Wenn du glaubst, du hast schon viel gesehen, kommt die nächste Überraschung. Das reizt mich irgendwie …
Auch das Aufbauen und Gestalten eines Betriebes über Jahrzehnte hat es mir angetan. Meine Kinder sollen mal einen richtig coolen Betrieb übernehmen und mit Freude weiterführen und gestalten.
Praktizieren Sie selbst Wellness?
Willi Pfister: Natürlich. Ich liebe es einfach mal abzuschalten, es sich gut gehen zu lassen und Kraft zu tanken. Nur von Yoga konnte mich meine Frau nach 15 Jahren Ehe noch nicht überzeugen …



